sportslife

AUSGABE: 02/2018

Text: Tessa Renz

Wir haben recherchiert, was die Knolle, die traditionell auch als indischer Safran bekannt ist, alles kann.

Die orangegelbe Wurzel Kurkuma gilt bei vielen Wehwehchen als Heilmittel. Bestimmt nur ein neues Superfood? Nein, in der ayurvedischen Medizin findet sie schon seit mindestens 4.000 Jahren Verwendung.

In Europa war Kurkuma (lat. Curcuma longa) lange unbekannt. Mittlerweile wird es wegen seiner positiven Wirkung auf Magen und Darm nicht nur als verfeinerndes Gewürz beim Kochen, sondern auch in der Schulmedizin eingesetzt. Die Pflanzenart gehört zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae) und wird größtenteils auf dem indischen Subkontinent, in China, Indonesien und den südamerikanischen Tropen angebaut. Die Blätter der bis zu einem Meter hoch werdenden Pflanze sind hellgrün und erinnern an Schilf. Der Wurzelstock wird vor dem Verzehr getrocknet und pulverisiert.

Was bewirkt Kurkuma?
Der enthaltene Hauptwirkstoff Curcumin hilft u.a. bei Entzündungen aller Art, bei Atemwegserkrankungen und zum Stärken des Immunsystems. Die medizinischen Wirkungen von Kurkuma sind schier grenzenlos, wenn man dem Internet und den vielen an Mäusen durchgeführten Studien bzw. Laborversuchen Glauben schenken darf. Am häufigsten wird die Gelbwurz wegen ihrer verdauungsfördernden Effekte eingesetzt, da ihre Inhaltsstoffe die Leber dazu anregen, mehr Gallensäure auszuschütten. Diese bindet Nahrungsfette und macht so das Fett verdaulich. Blähungen und Völlegefühl werden gelindert. Nachteile für den Organismus gibt es kaum – einzig die Tatsache, dass Curcumin schlecht wasserlöslich ist und über den Darm nur in geringem Maß aufgenommen wird. Derzeit forschen Wissenschaftler, ob sich die Inhaltsstoffe aus Kurkuma und anderen Gewürzen gegenseitig in ihrer Wirkung unterstützen. Dass schwarzer Pfeffer die Aufnahme erhöht, ist bereits bekannt.

Wie wendet man Kurkuma an?
Das gemahlene Gewürz ist in fast jedem gut sortierten Supermarkt erhältlich. Wer sichergehen möchte, dass die Kurkuma nicht zur Haltbarkeitsverlängerung bestrahlt worden ist, greift zu Bio-Qualität. Kurkuma passt einfach zu allem: Reis, Kartoffeln und Gemüse lassen sich besonders gut damit aufpeppen. Zur Prävention macht sich das Pulver auch prima in Kartoffelpüree, Milchspeisen, Smoothies, Suppen oder Soßen. Das bei uns gerne verwendete Currypulver enthält bereits geringe Mengen an Kurkuma; besser ist es jedoch, beim Würzen von Speisen zusätzlich auf reines Kurkuma zurückzugreifen.

Wer oft unterwegs ist, nicht zum Kochen kommt oder sich mit dem Geschmack von Kurkuma nicht anfreunden kann, hat die Möglichkeit, Curcumin auch in Kapselform zu sich zu nehmen. Die Hersteller mischen die geballte Ladung Curcuminoide mit Schwarzpfeffer-Extrakt (Bioperin) und versprechen so eine hohe Bioverfügbarkeit.

Ob als Kapsel, zum Würzen oder in völlig anderer Verwendung: Eine Blitzumfrage ergab, dass die gelbe Wurzel bei uns in der sportslife-Redaktion ebenfalls eine Fangemeinde hat. Projektmanagerin Tamara schwört auf die antioxidativen, antiviralen und antibakteriellen Eigenschaften des Ingwergewächses. Sie mischt regelmäßig Kurkuma in ihre selbstgemachte Gurgellösung (Kokosöl-, Minzöl und Meersalz). Für weißere Zähne kommt das gelbe Pulver bei Tamara zudem in ihr
Zahnputzmittel aus Kokos- und Minzöl. Kreativdirektorin Marion kocht damit. Und auch mir wurden bei meiner letzten Fernreise von meiner Airbnb-Gastgeberin zwei frische Knollen aus dem eigenen Garten mitgegeben. „Kurkuma-Milch hilft, wenn du ein Kratzen im Hals verspürst – die hat schon meine Mama immer für mich gemacht“, erklärte sie. Und weil bestimmt jeder von uns irgendwann mit einer aufkeimenden Erkältung zu kämpfen hat, gibt’s hier das Rezept.

ANTI-ERKÄLTUNGSWUNDER: GOLDENE MILCH
Das braucht’s:
1 EL Kurkuma, 120 ml Wasser, 1 TL geriebenen Ingwer, eine Prise Muskatnuss (frisch geraspelt), 1 EL Honig, 1 TL Zimt, 1 TL Kokosöl, 350 ml Mandelmilch
So geht’s:
Das Wasser zusammen mit dem Kurkumapulver unter ständigem Umrühren in einem Topf erhitzen. Den geschälten und geriebenen Ingwer und die Muskatnuss dazugeben. Nun alles köcheln lassen, bis eine Paste entsteht. Die Mandelmilch separat erhitzen und dann in die Paste einrühren. Jetzt den Honig, den Zimt und das Kokosöl hinzugeben und für zwei weitere Minuten köcheln lassen. Zum Schluss die Milch nochmals mit Muskatnuss bestreuen und servieren.

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