sportslife

AUSGABE: 05/2018

Text: Carina Mehlis

Im sportslife-Test: Zuckerersatzstoffe

Es gibt Leibniz-Butterkekse in einer „30 Prozent weniger Zucker“-Variante. In fast jedem Getränkeregal steht neben der Classic Coke selbstbewusst die Coke Zero. Und erst Anfang des Jahres machte Rewe mit einem Schokopudding-Test von sich reden, bei dem die Kunden aus unterschiedlichen Zuckergehalten ihren Favoriten wählen sollten. 30 Prozent weniger Zucker als in der Originalrezeptur reichte den meisten; Rewe stellt nun die Produktion entsprechend um.

Laut einer Studie der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft versuchen 59 Prozent der Deutschen, weniger Zucker zu essen – nicht nur, weil sie auf ihre Figur achten wollen, sondern auch, weil zu viel Haushaltszucker krank macht. Sie steigen um auf zuckerreduzierte Produkte und tauschen den weißen Haushaltszucker zu Hause gegen Alternativen wie Agavendicksaft und Stevia. Aber schmecken die denn auch so lecker? Wir haben mit acht Zuckerersatzstoffen den Geschmackstest gemacht – jeweils in Kaffee und Tee.

Vollrohrzucker

Das Problem an weißem Haushaltszucker ist die maschinelle Verarbeitung, die alle Mikronährstoffe herausraffiniert. Vollrohrzucker wird aus Zuckerrohr gewonnen und schonend verarbeitet. Das heißt, er wird nach dem Eindicken nur kurz hocherhitzt, damit eventuelle Keime abgetötet werden. So bleiben die Mikronährstoffe weitgehend erhalten. Die Gesundheitsfahne sollte man dennoch mit Vorsicht schwingen: Auch Vollrohrzucker ist ein konzentrierter Zucker und spart gegenüber dem Weißzucker nicht gerade viele Kalorien ein.

Das sagt die Redaktion:

Einstimmige Begeisterung. Im Kaffee wie im Tee lautete das Urteil „lecker“, vor allem die leichte Kandisnote kam gut an.

Kokosblütenzucker

Wer Probleme mit Diabetes, dem Herzen oder Gallensteinen hat, für den – so heißt es – sei Kokosblütenzucker ideal, denn er hat einen sehr geringen glykämischen Wert, lässt den Blutzuckerspiegel also nur schwach ansteigen. Gewonnen wird er aus dem Nektar der Kokospalme. Dieser wird aufgefangen und dann eingekocht, bis die kleinen, braunen Kokosblütenzuckerkristalle zurückbleiben. Geschmacklich soll er eine exotische Alternative zu Haushaltszucker sein, die an Karamell erinnert.

Das sagt die Redaktion:

Schmeckte den meisten im Kaffee und im Tee. Viele beschrieben die Süße als angenehm und leicht, einige haben sogar die Karamellnote herausgeschmeckt.

Agavendicksaft

Um eines direkt vorwegzunehmen: Agavendicksaft und Agavensirup sind ein und dasselbe. Agavendicksaft wird aus dem Saft der Agave gewonnen, der so lange eingekocht wird, bis ein heller, honigähnlicher Sirup entsteht. Ist die Färbung dunkler (golden bis braun), wurde er länger gekocht und schmeckt oft leicht nach Karamell. Ansonsten gilt sein Geschmack als mild-süß, und er soll andere Aromen unterstreichen, statt sie zu überdecken.

Das sagt die Redaktion:

Von „angenehm“ und „natürlich“, dem Zucker gar nicht so unähnlich, bis hin zu „schmeckt gar nicht“ und „bitter“ wurde alles genannt. Im Tee kommt er deutlich besser weg als im Kaffee.

Akazienhonig

Diesen Klassiker haben viele ohnehin schon im Küchenschrank stehen. Akazienhonig stammt aus den Blüten der Robinie, einem sommergrünen Laubbaum. Er enthält somit Fruchtzucker, und davon so viel, dass der Honig besonders lange flüssig bleibt. Dennoch soll er recht mild schmecken. Akazienhonig erkennt man an seiner sanften, hellgoldenen Farbe, und wenn bei der Gewinnung keine weiteren Zutaten hinzugefügt werden, hat er eine antibakterielle und erkältungshemmende Wirkung.

Das sagt die Redaktion:

Das Urteil der Kollegen im Tee: „angenehm süß“, „lecker-honig“ und „mega“. Im Kaffee kam der Honig weniger gut an.

Reissirup

In asiatischen Ländern wird Reissirup schon seit Jahrhunderten zum Kochen und Backen verwendet. Die zur Herstellung wichtigsten Zutaten sind Reismehl und Wasser. Dadurch enthält er keine Fruktose und ist somit ideal für Menschen mit Fruktoseintoleranz. Stattdessen stecken in Reissirup Glukose und Mehrfachzucker, die ihn nur langsam verdaulich machen. Das hat viele Vorteile, unter anderem steigt der Blutzucker nur langsam an und es gibt keine Heißhungerattacken. Äußerlich sieht Reissirup Honig zum Verwechseln ähnlich, er soll in der Süßkraft aber deutlich schwächer sein.

Das sagt die Redaktion:

Sowohl im Tee als auch im Kaffee war zwar eine Süße zu schmecken, sie hatte aber einen merkwürdigen Beigeschmack.

Xucker Premium

Das Süßungsmittel Xylit, das in Xucker Premium steckt, ist ein Zuckeralkohol, der aus Buchenholz oder den Resten von Maiskolben gewonnen wird. Die klaren Vorteile: Xylit sieht so aus und hat fast eins zu eins die gleiche Süßkraft wie Haushaltszucker, aber nur etwa die Hälfte der Kalorien. Außerdem haben finnische Studien herausgefunden, dass es das Wachstum von Kariesbakterien hemmt. Für Fruktoseintoleranzler gibt es aber auch Nachteile: Xylit kann dieselben Symptome verursachen wie Fruktose. Zusätzlich kann es in größeren Mengen abführend wirken.

Das sagt die Redaktion:

Sieht aus wie Zucker, süßt gut und schmeckt auch ähnlich – im Kaffee und im Tee. Nur für eine Kollegin hatte Xucker einen leicht bitteren Beigeschmack.

Stevia

Anders als viele denken, ist Stevia ein natürliches Süßungsmittel. Es wird aus der südamerikanischen Stevia-Pflanze gewonnen, enthält keinen Zucker, verursacht keine Karies, beeinflusst den Blutzuckerspiegel nicht und soll sogar den Blutdruck senken. Damit ist Stevia ganz klar der gesündeste Zuckerersatzstoff in unserem Test. Mittlerweile gibt es von Coca-Cola sogar eine Coke, die mit Stevia gesüßt ist. Nur vom Geschmack sind viele nicht so sehr begeistert.

Das sagt die Redaktion:

Leichte „Okay“-Süße während des Trinkens, aber ein ganz seltsamer, chemischer Nachgeschmack. Einstimmig abgelehnt.

Süßstoff

Süßstoffe – bewusst in der Mehrzahl, denn es gibt verschiedene – werden chemisch hergestellt. Die von uns getesteten Tabletten beinhalten das Süßungsmittel Saccharin. Sie haben mit Abstand die wenigsten Kalorien im Test (gerade mal 20 auf 100 Gramm) und die stärkste Süßkraft (das 300- bis 500-Fache von Zucker). Andere Süßstoffe haben vergleichbare Werte – einer der  Hauptgründe, warum sie bei Abnehmwilligen und Diabetikern so beliebt sind. Allerdings belegen jüngste Studien, dass Süßstoffe unter anderem Übergewicht, Bluthochdruck und einen hohen Cholesterinspiegel fördern und der Süßstoff Sucralose sogar das Diabetesrisiko erhöhen kann.

Das sagt die Redaktion:

Ungenießbar. Schmeckt sowohl im Kaffee als auch im Tee viel zu süß und künstlich.

sportslife-Fazit: Unser Favorit ist Vollrohrzucker, dicht gefolgt von Xucker Premium (lecker mit viel weniger Kalorien). Unser Test hat aber auch wieder einmal bewiesen, dass die Geschmäcker verschieden sind. Findet also am besten für euch selbst heraus, welche Zuckeralternative euch am besten schmeckt.

 

Alle Angaben pro 100 g Kalorien Fettgehalt Fettgehalt
davon gesättigte Fettsäuren
Kohlenhydrate Kohlenhydrate
davon Zucker
Ballaststoffe Eiweiß Salz-Äquivalent
Agavendicksaft 300 kcal/
1.275 kJ
 0,1 g  0,1 g 75 g 75 g 0 g 0,1 g 0,01 g
Akazienhonig 302 kcal/
1.284 kJ
0,1 g 0,1 g 75,1 g 75,1 g 0 g 0,4 g 0,1 g
Kokosblütenzucker 376 kcal/
1.599 kJ
< 0,5 g < 0,2 g 93 g 88 g 0,5 g 1,2 g 0,01 g
Reissirup 316 kcal/
1.322 kJ
0,1 g 0,04 g 77,8 g 59,2 g 0,2 g 0,5 g 0,1 g
Stevia 190 kcal/
797 kJ
0 g 0 g 19,4 g 0 g 0 g 10 g 33,5 g
Süßstoff 20 kcal/
85 kJ
< 0,1 g < 0,1 g < 0,5 g < 0,5 g 0 g < 0,1 g 34,15 g
Vollrohrzucker 385 kcal/
1.636 kJ
< 0,1 g < 0,1 g 95 g 88 g 0,7 g 0,8 g 0,88 g
Xucker Premium 240 kcal/
1.004 kJ
0 g 0 g < 100 g 0 g 0 g 0 g 0 g
Haushaltszucker 400 kcal/
1.700 kJ
0 g  0 g  100 g  100 g  0 g  0 g  0 g

2 Clicks für mehr Datensicherheit.
Erst wenn Sie hier klicken wird der Button
Ihre Empfehlung an facebook senden.
Dabei werden Ihre Daten an facebook
übertragen.