sportslife

AUSGABE: 03/2017

Text: Carina Mehlis

Zocken an der frischen Luft – für Kids ist das kein Widerspruch.

75 Prozent aller 2015 in Deutschland gekauften Apps waren Spiele. Bei dieser Zahl heben viele Erwachsene mahnend den Zeigefinger: Die Kinder hängen nur noch am Handy, heißt es. Frische Luft und Bewegung? Fehlanzeige! Doch das stimmt so nicht ganz. Was gerne übersehen wird: Viele dieser Spiele bringen den Nachwuchs nach draußen.

Das aktuellste Beispiel dafür ist Pokémon Go (ab 6 Jahren). Der Spiele-Hit des letzten Sommers weckte bei vielen Erinnerungen an die beliebte Kinderserie aus den 90ern. Das grundlegende Prinzip des Spiels ist die Schnitzeljagd. In Hinterhöfen, Stadtparks und Einkaufsmeilen verstecken sich Pokémons (engl. Abkürzung für Pocket Monsters), die mit der App gefunden und mit einem gezielten Pokéballwurf per Fingerwischen auf dem Display gefangen werden müssen. Einzige Voraussetzung: eine mobile Internet- und GPS-Verbindung.

Pokémon Go ist somit ein „Location Based Game“, nach Meinung von Experten die Zukunft des Mobile Gaming. Per Teamplay und Augmented Reality verwandelt sich die reale Welt für den ganzen Freundeskreis in einen Spielplatz mit virtuellen Elementen. Dass Spiele dieser Art beliebt sind, zeigte sich übrigens schon vor vier Jahren mit Ingress (ab 9 Jahren). Auch hier bewegt man sich in der alltäglichen Welt, sucht an realen Plätzen per App virtuelle Portale auf und versucht, sie zu erobern. Keine Frage, dass bei diesen Streifzügen durch die Stadt so einige Stunden im Freien zusammenkommen.

Per App die Welt entdecken

Auch andere App-Modelle nutzen das Schnitzeljagdprinzip, stellen aber den Entdeckergeist von Kindern in den Vordergrund. Geocaching, bei dem man per GPS und Koordinaten in der Natur auf Schatzsuche geht, ist das bekannteste Beispiel dafür und mittlerweile fast jedem ein Begriff. Actionbound überträgt dieses Prinzip in die Stadt. Mit der kostenlosen App kann man Städte erkunden und spielerisch Wissenswertes über ihre Geschichte und Kultur erfahren. Dass sich Mobile Games dieser Art prima zur Wissensvermittlung eignen, hat übrigens auch die Politik erkannt. Im März 2015 startete das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit das Projekt KLIMA°Trax. In 50 Städten in ganz Deutschland verstecken sich Routen mit Rätseln, Spielen und Aufgaben, die Kindern und Erwachsenen den Klimaschutz nahebringen. Alles draußen, versteht sich. Dass man dabei gegen die Zeit spielt, bringt zusätzlich Pfeffer in die Sache.

Augen auf!

Egal, ob die Kleinen mit dem Smartphone Pokémon jagen oder auf Sightseeing-Tour gehen – Eltern sollten auf einen richtigen Umgang mit den Apps achten. Im Straßenverkehr beispielsweise kann es gefährlich werden, wenn sich die Kids nur auf ihr Smartphone konzentrieren. Sie dürfen auch nicht einfach in fremde Gärten spazieren, weil dort ein Pokémon oder Ähnliches auftaucht; Stichwort „Hausfriedensbruch“. Und wenn euch euer Bankkonto lieb ist, schaltet in den Handys eurer Kinder die In-App-Käufe ab.

sportslife-Linktipp

Auf www.spielbar.de bewertet die Bundeszentrale für politische Bildung Computer-, Konsolen- und Handygames für Kinder und Jugendliche.

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