sportslife

AUSGABE: 02/2018

Foto: Denys Nevozhai | Text: Michaela Friz

Die einen schnorcheln über Tage und Kilometer entspannt an der Küste entlang, die anderen stürzen sich mit Blick auf die Uhr ins Wettkampfgetümmel. Die Rede ist von Seatrekking und Swimrunning. Noch nie gehört? Dann wird’s Zeit, euch diese zwei eher unbekannten Sportarten vorzustellen, die jeweils Land und Wasser verbinden.

Seatrekking – Wanderer zwischen den Welten

Eins werden mit dem Ozean. Ohne Atemgerät in die Stille abtauchen, Strömungen spüren, an Seegras und bunten Anemonen vorbeiflösseln. Die zurückgelegte Strecke ist zweitrangig, obwohl Ozeanwanderer kilometerlang, tagelang, unterwegs sind: Seatrekkingtouren sind gleichzeitig Abenteuer und Meditation. Tagsüber sind die Reisenden mit Neoprenanzug und Schnorchelausrüstung ausgestattet, abends gibt das Wetter das Outfit vor. Übernachtet wird an Stränden und an Plätzen, die sonst nur wenige Menschen zu Gesicht bekommen – Lagerfeuerromantik pur. Das setzt natürlich voraus, dass das entsprechende Outdoor-Equipment (wie Schlafsack, Kocher und Handtuch) mit auf Tour ist. Deshalb haben Seatrekker sehr spezielles  Reisegepäck, das sie an einer meterlangen Leine hinter sich herziehen: einen stromlinienförmigen, wasserdichten Rucksack mit Schwimmkammern und montierbarer Tauchflagge. Das macht ihn bei Tauchgängen gleichzeitig zur Sicherheitsboje, die mit einem Anker fixiert wird. An Land lässt er sich wie ein normaler Rucksack schultern. Schließlich muss man ja irgendwann wieder raus aus dem Wasser und zurück in die Zivilisation. Reisen, Trainings und Infos unter www.seatrekking.com

Swimrunning – wie aus einer Schnapsidee ein Sport wurde

2002, vier schwedische Freunde, ein feuchtfröhlicher Abend, eine Wette: „Wer schafft es, die Strecke zwischen den Inseln Utö und Sandhamn schneller zurückzulegen?“ Die selbstgesetzten Vorgaben: Es darf nur gelaufen oder geschwommen werden, und das Ganze in Zweierteams. Nach über 26 Stunden kamen die zwei Gewinner ins Ziel. Spaß hatten alle vier! Die Story kam zwei Sportmarketing-Profis zu Ohren, die gemeinsam mit den Erfindern eine Rennserie daraus entwickelten. 2006 fand der erste offizielle „Ö till ö“ (schwedisch für „von Insel zu Insel“) statt. Schon heute zählt er unter Swimrunnern als Klassiker. Der anstrengende, ständig wechselnde Mix aus Trailrunning und Openwater Swimming wurde schnell populärer. Es kamen weitere Veranstaltungen dazu, die Szene professionalisierte sich, spezielles Equipment und ein Reglement wurden entwickelt – ein neuer Sport war geboren. Inzwischen gibt es weltweit Swimrun-Rennen. Die Eckdaten sind dieselben wie beim Original: Es darf nur gelaufen oder geschwommen werden, und das Ganze in Zweierteams. Infos und Wettkampftermine unter www.swimrun.de oder unter www.otilloswimrun.com.

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